Ursprung und Anbaugebiete
Pinus pinaster, auch Seekiefer oder Mittelmeerkiefer genannt, ist ein Baum, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Sie wächst vor allem in Ländern wie Spanien, Portugal und Frankreich, wo sie große Wälder bildet. Seit Jahrhunderten wird die Seekiefer genutzt, vor allem wegen ihres Holzes und ihres Harzes, das für verschiedene industrielle Zwecke verwendet wird. Heute wird Pinus pinaster auch in anderen Teilen der Welt angebaut, unter anderem in Nordafrika und Australien. Diese Bäume gedeihen besonders gut auf sandigen, nährstoffarmen Böden und sind bekannt für ihre Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegen raues Klima.
Verwendung in der Medizin
Die Verwendung der Rinde von Bäumen wie der französischen Seekiefer für medizinische Zwecke hat tiefe historische Wurzeln. Schon Hippokrates verwendete Baumrinde zur Behandlung von Entzündungen. In den 1940er Jahren untersuchte Dr. Jacques Masquelier die Pinienrinde aufgrund ihres hohen Gehalts an Proanthocyanidinen, die starke antioxidative und möglicherweise entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
Masquelier entwickelte ein standardisiertes Extraktionsverfahren zur Herstellung eines Pinienrindenextraktes, das den Gehalt an natürlichen Polyphenolverbindungen maximiert. Diese Verbindungen sind als oligomere Proanthocyanidin-Komplexe (OPCs) oder procyanidolische Oligomere (PCOs) bekannt. OPC sind im Pflanzenreich weit verbreitet und kommen unter anderem in Lebensmitteln wie Preiselbeeren, Heidelbeeren, Äpfeln, Tee und sogar Rotwein vor.
Pharmakokinetische Studien zeigen, dass Pinienrindenextrakte vom Menschen leicht resorbiert, metabolisiert und ausgeschieden werden.
Oligomere Proanthocyanidine (OPC)
Proanthocyanidine gehören zu den natürlichen Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften. Diese Verbindungen tragen dazu bei, freie Radikale zu neutralisieren, die durch Umweltfaktoren und normale Stoffwechselprozesse im Körper entstehen. Freie Radikale können oxidativen Stress verursachen, der Zellen schädigen kann. Proanthocyanidine unterstützen den Schutz der Zellen, indem sie Zellmembranen stabilisieren und wichtige Biomoleküle wie Proteine, Lipide und DNA vor oxidativen Schäden bewahren können. Dieser Zellschutz könnte zur Erhaltung der Gesundheit beitragen.