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Ashwagandha Faktencheck: Studien zwischen Risiko und Realität

Ashwagandha Faktencheck: Studien zwischen Risiko und Realität

„Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Ashwagandha“ solche Schlagzeilen verunsichern viele Menschen. Vielleicht auch dich. Doch was bedeuten die genannten Ashwagandha Risiken tatsächlich. Dieser Artikel ordnet die zugrunde liegenden Bewertungen anhand der offiziellen Dokumente wissenschaftlich ein und zeigt dir, welche Rolle Dosis und Rohstoffqualität spielen.

Solche Überschriften sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Sie nutzen den sogenannten Negativitätsbias, also unsere natürliche Tendenz, stärker auf mögliche Gefahren als auf neutrale Informationen zu reagieren. Das entstehende Unsicherheitsgefühl motiviert viele Menschen zum Klicken, um die ausgelöste Sorge wieder zu beruhigen.

Doch entscheidend ist nicht die Schlagzeile. Entscheidend sind die Daten. Die zentrale Frage lautet: Wie groß sind die real dokumentierten Ashwagandha Risiken und unter welchen Bedingungen treten sie auf.

Humanstudien zu Ashwagandha Risiken

Die klinische Evidenz zu standardisierten Ashwagandha-Wurzelextrakten umfasst mehr als 20 randomisierte kontrollierte Studien, publiziert zwischen 2009 und 2024, mit insgesamt über 1.200 Probanden. Die meisten Untersuchungen dauerten zwischen 8 und 12 Wochen. Typische Dosierungen lagen bei 300 mg bis 600 mg täglich.

In diesen kontrollierten Studien mit standardisierten Wurzelextrakten wurden regelmäßig Laborparameter einschließlich Leberwerte überwacht. In den publizierten RCTs wurde keine statistisch signifikante Häufung schwerer Leberschädigungen berichtet. Vereinzelte leichte, vorübergehende Veränderungen von Laborwerten wurden beschrieben, jedoch ohne konsistentes pathologisches Muster.

Langzeitdaten über mehrere Jahre liegen nicht vor. Die vorhandene Evidenz bezieht sich überwiegend auf kurzfristige bis mittelfristige Anwendungen.

Ashwagandha Risiken laut Behörden

Die Mitteilung 039/2024 des Bundesinstituts für Risikobewertung verweist auf mögliche Gesundheitsrisiken. Grundlage sind internationale Fallberichte sowie Bewertungen aus Australien, Dänemark, Frankreich und den Niederlanden.

Australien 2024

Die australische Therapeutic Goods Administration veröffentlichte am 22. Februar 2024 einen Sicherheitshinweis. Dokumentiert wurden 12 gemeldete Fälle von Leberproblemen. 7 wurden als möglicherweise assoziiert eingestuft, 4 ohne alternative erkennbare Ursache. Das Risiko wurde als very rare risk bezeichnet. Eine exakte Bezugsgröße zur Gesamtexposition wurde nicht veröffentlicht, weshalb die absolute Häufigkeit im Verhältnis zur Gesamtanwendung nicht exakt quantifizierbar ist.

Dänemark 2020

Die Risikovurdering des DTU Fødevareinstituttet vom 15. Mai 2020 bewertete die Wurzel von Withania somnifera unter Anwendung des Vorsorgeprinzips als nicht ausreichend sicheres Lebensmittel. Grundlage waren tierexperimentelle Daten bei hohen Dosierungen, mögliche hormonelle Effekte sowie internationale Einzelfallberichte. Eine statistisch relevante Häufung schwerer Nebenwirkungen in der Bevölkerung wurde nicht dokumentiert.

Frankreich und Niederlande 2024

Das französische ANSES Gutachten sowie der RIVM Letter Report 2024-0029 betonen die Heterogenität der Produkte und die begrenzte Datenlage. Standardisierte Dosierungsgrenzen lassen sich aus den verfügbaren Daten nicht eindeutig ableiten.

Wie Leberreaktionen wahrscheinlich entstehen

Die dokumentierten Leberfälle entsprechen dem Muster sogenannter idiosynkratischer Reaktionen. Das bedeutet, dass sie unvorhersehbar bei einzelnen empfindlichen Personen auftreten können, ohne klare Dosisabhängigkeit. Solche Reaktionen sind auch bei vielen zugelassenen Arzneimitteln bekannt und lassen sich nicht zuverlässig durch Tierstudien vorhersagen.

Sie sind selten, aber medizinisch ernst zu nehmen. Ein konsistentes dosisabhängiges toxikologisches Muster bei standardisierten Wurzelextrakten wurde in Humanstudien bislang nicht beschrieben.

Nahrungsergänzung oder Arzneimittel

Ein Teil der regulatorischen Diskussion betrifft die Einordnung von Ashwagandha. Nahrungsergänzungsmittel dürfen keine pharmakologisch relevanten arzneilichen Wirkungen entfalten. Sobald eine Substanz primär therapeutisch wirkt oder arzneiliche Dosierungen erreicht, kann sie regulatorisch anders bewertet werden. Die dänische Entscheidung ist vor diesem Hintergrund eher als vorsorgliche lebensmittelrechtliche Einordnung unter Unsicherheit zu verstehen.

Rohstoffqualität und Dosis

Ein zentraler Aspekt in allen Bewertungen ist die Produktvariabilität. Ashwagandha-Produkte können aus Wurzel, Blatt oder Kombinationen bestehen. Blätter enthalten teilweise höhere Konzentrationen bestimmter Inhaltsstoffe als die Wurzel.

Viele der dokumentierten Fallberichte enthalten keine vollständigen Angaben zu Pflanzenteil, Extraktstandardisierung oder konkreter Dosierung. Damit bleiben zentrale Einflussfaktoren unklar.

Bei ASPRIVA verwenden ausschließlich einen reinen Wurzelextrakt, der wasserbasiert hergestellt wird. Der Extrakt ist auf mindestens 5% Withanolide standardisiert und enthält 0,06% Withaferin A. Jede Charge wird laboranalytisch geprüft. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass kein Blattanteil enthalten ist, die Zusammensetzung reproduzierbar bleibt und die Dosierung nachvollziehbar ist. Genau diese Differenzierung ist wesentlich, wenn Ashwagandha Risiken realistisch eingeordnet werden sollen.

Was Ashwagandha Risiken konkret bedeuten

Die verfügbaren Daten zeigen dokumentierte, aber seltene Leberreaktionen im zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme. In kontrollierten Humanstudien mit standardisierten Wurzelextrakten wurde keine statistisch signifikante Häufung schwerer Leberschädigungen berichtet.

Personen mit bestehenden Lebererkrankungen oder auffälligen Leberwerten sollten vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen. Dies entspricht auch den vorsorglichen Hinweisen mehrerer europäischer Behörden.

Wie du Ashwagandha Risiken richtig einordnest

Für dich bedeutet das: Ashwagandha Risiken sind dokumentiert, aber sie betreffen sehr seltene Einzelfälle und nicht ein regelmäßig auftretendes Gefahrenmuster bei standardisierten Wurzelextrakten in üblichen Dosierungen. Die behördlichen Bewertungen beruhen vor allem auf Vorsorge unter Unsicherheit, nicht auf einer breiten, statistisch relevanten Häufung schwerer Nebenwirkungen.

Clickbait Überschriften verkürzen komplexe Sachverhalte auf ein Warnsignal. Was du daraus lernen kannst, ist differenziert zu prüfen: Welcher Rohstoff wird verwendet. Welche Dosis. Welche Daten liegen vor. Informierte Entscheidungen entstehen nicht aus Schlagzeilen, sondern aus Kontext und sehr viel Details.

Wenn also Ashwagandha pauschal mit Risiken wie Leberschäden in Verbindung gebracht wird, ohne die zugrunde liegende Evidenz, die Seltenheit dokumentierter Fälle sowie die Differenzierung nach Dosis, Extrakttyp und Studienlage zu berücksichtigen, dann wird dies dem aktuellen Stand der Forschung nicht gerecht.

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